Genossenschaften werden Weltkulturerbe02.12.16

Die Idee und Praxis der Genossenschaft" zählt neu zum immateriellen Weltkulturerbe. Die UNESCO hat an ihrer Sitzung vom 30. November 2016 in Addis Abeba auf Antrag Deutschlands die Aufnahme der Genossenschaften in die Repräsentative Liste beschlossen.

Die IG Genossenschaftsunternehmen (IGG) zeigt sich über diesen Schritt der UNESCO sehr erfreut: "Genossenschaften setzen sich auf der ganzen Welt und in verschiedensten Bereichen zum Nutzen ihrer Mitglieder ein", sagt Werner Beyer, Präsident der IGG. "Mit der Aufnahme der Idee und Praxis der Genossenschaft in die Repräsentative Liste der UNESCO wird die Leistung, welche Genossenschaften tagtäglich erbringen, anerkannt", so Beyer.

In der Schweiz sind Genossenschaften – ähnlich wie in Deutschland – seit Jahrhunderten stark verankert. Traditionelle Formen stellen die Alp- oder Käsereigenossenschaften dar. Auch heute begegnen Herr und Frau Schweizer Genossenschaftsunternehmen auf Schritt und Tritt: Ob Sie in der Migros, bei Coop oder in der Landi einkaufen, bei der Mobiliar versichert sind oder ihre Bankgeschäfte über eine Raiffeisenbank abwickeln. Das Vertrauen, welches die Schweizer Bevölkerung den Genossenschaftsunternehmen dabei entgegenbringt, ist – gerade im Vergleich zu börsenkotierten Aktiengesellschaften – sehr hoch. Lediglich Unternehmen, die als Familien-AG organisiert sind, geniessen ein noch höheres Vertrauen. Eine aktuelle im Jahr 2016 vom Forschungsinstitut gfs.Bern im Auftrag der IGG erarbeitete Studie unterstreicht diesen Befund. Die Gründe für das hohe Vertrauen liegen in der regionalen Verankerung von Genossenschaften, ihrer Nähe zu den Kunden und der Möglichkeit zur aktiven Mitwirkung. Zudem sind Genossenschaften einem nachhaltigen Geschäftsmodell verpflichtet, das Gewinne ins Unternehmen reinvestiert.

Dies zeigt: Genossenschaften sind mehr als ein kulturelles Gut, das es zu schützen gilt. "Mit ihrer DNA treffen Genossenschaften den Nerv der Zeit", so Prof. Dr. Franco Taisch, Delegierter des Vorstands der IGG. "Genossenschaften stehen allen offen, sind demokratisch legitimiert, partizipativ und nicht zuletzt auch innovativ." Die IGG setzt sich für die Förderung dieser traditionellen und zugleich zukunftsträchtigen Unternehmensform ein. Gemäss Franco Taisch ist klar: "Genossenschaften sind ein Erfolgsmodell. Auch in Zukunft ist mit ihnen zu rechnen."

zurück zur Übersicht